Vorneweg die Fastenzeit

Aber dann endlich: Ostern!

Eine Ostergeschichte

 

6 gefärbte Hühnereier (zwei blau, zwei rot, zwei gelb)

4 kleine Schokoladenküken

20 klitzekleine Schokoladeneier

2 Schokoladenmarienkäfer

2 Schokoladen- (äh, sind das Maikäfer, die braunen?)

 

Jans Mutter sagte immer: Nur dem, der an ihn glaubt, bringt der Osterhase etwas. Und das glaubte Jan und an den Osterhasen glaubte Jan auch. Und was das bringt, konnte Jan nun in den vier Ecken des Balkons und neben den Stuhlbeinen und hinter dem großen Blumentopf sehen. Das alles also oder vielmehr davon die Hälfte. Denn Jans kleiner Bruder glaubte natürlich erst recht an den Osterhasen und jetzt gerade drängelte er sich vor. Und als Jans Mutter die Balkontür endlich aufschloss, hielt sie noch dazu Jan zurück. „Du bist doch schon groß, Jan. Lass erst deinen Bruder ein bisschen suchen. Mach ihm die Freude. Immerhin ist Ostern.“

Weil Ostern war, schaute Jan also seinem kleinen Bruder beim Suchen zu. Der war wirklich noch sehr klein und vielleicht dumm, jedenfalls sehr langsam. Bald schon schaute Jan lieber hinab in den Garten. Der war groß und grün und gehörte zur Erdgeschosswohnung. Der gehörte Marie. Marie, die nicht an den Osterhasen glaubte. „Ostern ist öde.“, hatte Marie gesagt „und der Osterhase ist was für Babys.“ Dann hatte sie Jan geschubst, denn das tat sie gerne. Nun kam also wenigstens der Osterhase nicht zu Marie. Aber Maries Mutter.

Die hoppelte da durch den Garten, der schon ganz bunt leuchtete vor lauter Süßigkeiten. Gerade versteckte sie ein kokosnussgroßes Osterei hinter der Birke, eins dieser Eier in regenbogenfarbenem Glanzpapier, von denen man unbedingt wissen will, womit sie gefüllt sind. Dann verschwand sie im Haus. „Ich habe was im Kinderwagen liegen gelassen.“, sagte Jan. „Ich gehe noch mal eben nach unten,“ „Jetzt?“, fragte seine Mutter. „Schau doch nur, wie süß dein Bruder sucht und gleich bist doch auch du dran.“ Aber Jan war schon im Treppenhaus. Er nahm immer zwei Treppenstufen auf einmal. Er war ziemlich schnell. Im Kinderwagen fand er eine Kastanie. Die steckte Jan ein. Als Ausrede. Als Alibi. Das brauchen Verbrecher. Im Garten war niemand. Jan spähte um die Ecke in Maries Wohnung. Jan schlich zum Baum. Jan spähte zu seinem Balkon hoch. Jan griff nach dem Ei und rannte. Er hörte nicht auf zu rennen, bis er in seinem Kinderzimmer stand, wo ihm das Blut in den Kopf stieg und sein Gehirn zu denken begann. Das Ei schob er tief unter sein Bett. Dann ging Jan auf den Balkon zu seiner Familie. Denn Verbrecher müssen unauffällig tun, so als wäre nichts geschehen und als hätten sie nichts getan. Sein Bruder saß auf seinem Windelhintern und aß Schokolade. „Was machst du eigentlich die ganze Zeit? Du bist wohl zu groß für Ostern.“, sagte Jans Mutter. Aber Jan hörte nur die Stimmen aus dem Garten und er hörte auch, als es wieder leise wurde. „Ich hab noch was vergessen.“, sagte er in die Stille hinein. „Ich muss noch mal kurz runter.“

Vorher krabbelte Jan aber noch unter sein Bett und zog – wir reden lieber nicht mehr laut darüber – heraus und rannte schon wieder und legte – ihr wisst schon was – zurück hinter die Birke. Dann wurde er auf einmal ganz langsam. Maries Wohnungstür lag neben der Gartentür und das war gerade jetzt ein weiter Weg. Irgendwann klingelte Jan dann eben doch. Marie öffnete.

„Hallo.“, sagte Jan und versuchte unbefangen zu lächeln.

„Hast du viel gefunden dieses Jahr?“

„Sehr viel“, sagte Marie und lächelte nicht.

„Aber vielleicht hast du noch nicht alles gefunden?“, sagte Jan und er musste sich beeilen, denn gerade jetzt landete eine Elster auf dem schönen, großen, regenbogenfarbenen Ei und begann sofort darauf einzuhacken. Aber die Kinder schauten ja nicht hin.

„Mehr als du habe ich allemal.“, sagte Marie.

„Aber vielleicht hast du trotzdem was übersehen.“, sagte Jan.

„Glaubst du, ich bin blöd?“

Marie schubste Jan. Jan hätte sich wehren können. Leicht sogar. Aber er wehrte sich nicht. Er fiel. Verbrecher haben so etwas verdient. Das dachte Jan und schaute endlich zum Garten hinaus, wo die Elster das geschundene Ei hinter sich über das Gras zog. „O nein“, rief Jan und da schaute Marie dann auch. Das Ei war nicht mehr ganz glänzend, das Ei war nicht mehr ganz eiförmig und wer genau hinsah, konnte jetzt sogar sehen, womit es gefüllt war.

„Dann stimmt es doch“ sagte da Marie.

„Was stimmt?“, fragte Jan.

„Das mit dem Osterhasen. Nur dass es eben Vögel sind. Ostervögel!“ Und Marie rannte nach draußen, wo die Elster erschreckt davon flog und das Ei zurück ließ.

Jans Mutter sagte immer: An Ostern geschehen noch Wunder. Und das glaubte Marie jetzt auch und Jan ging zu seiner Familie und aß Schokolade.

 

Ob Chanukka oder Weihnachten. Bald wird gefeiert.

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